Durch die
Brandkatastrophe vom 20. September 1646 wurden viele bürgerliche
Bauten aus der mittelalterlichen Blütezeit, der damals noch schönen
Stadt Uelzen ( " eine schöne Stadt, die wie Lüneburg mit
eitel steinern und glasurten Giebelhäusern gebaut war " ) zerstört. Kriege, Seuchen
und Brände hinterließen in der gesamten Stadt ihre Spuren und
diese Aufbauten kosteten den Uelzener Kaufleuten ihre letzten Kapitalreserven
und die wirtschaftliche Entwicklung erlebte und erlebt bis heute einen
Stillstand. Hieraus resultierte das notwendige Restaurationen ausblieben.
So wurde bei einer Ausbesserung im 18. Jahrhundert oder zu Beginn des
19. Jahrhunderts zugunsten eines Nachbarhauses ein Bogenfeld von der Südseite
abgerissen wurde. Diese Verstümmelung beeinträchtigt allerdings
nicht den Gesamteindruck des schönen historischen Giebels. Nach der
Zerstörung des Gebäudes 1945, während der letzten Kämpfe
um Uelzen, forderte der Rat der Stadt den Abriß, da nur noch die
gotische Giebelfassade stand. Der Eigentümerin Dora Gieselberg und
dem Architekten Friedo Behne ist der Wiederaufbau zu verdanken, welcher
uns eines der schönsten und ältesten Gebäude und Gastronomieräume
zurück gab. Anhand einer Urkunde aus dem Niedersächsischen Staatsarchiv in Hannover kann man ersehen, daß in jenem Haus im Jahre 1664 drei Gasträume vorhanden waren: Im Erdgeschoß eine Stube und eine Kammer und im Obergeschoß ebenfalls eine Kammer. Wobei es anfangs wohl nur mit der Braugerechtsame ausgestattet war, dann trieben fleißige Bürger Handel mit Getreide, Flachs und anderen landwirtschaftlichen Artikeln. Erst als es in dem Besitz der Familie Gieselberg 1906 überging, wurde es zu Schlachterei- und Restaurantzwecken eingerichtet. Durch musterhaften Wirtschaften nahm der Gastverkehr sehr stark zu, der Betrieb reckte und streckte sich von Jahr zu Jahr, sodaß man nach kleinen vorausgegangenen Veränderungen um die Wende 1925/26 an einen umfassenden Umbau herantreten mußte. Seit 1966,
als die Tochter von Dora Gieselberg die gutlaufende Gaststätte verkaufte,
befindet sich das Gildehaus in den Händen der Familie Hannemann und
Uelzen hat mit der " Gaststätte Wienerwald ", eine gute
und schmackhafte Küche in seinem ältesten Bürgerhaus. |