Die St. Marienkirche in Uelzen Der genaue Baubeginn der St. Marienkirche ist unbekannt, es müsste aber kurz nach der Stadtrechts-Verleihung gewesen sein. Die Kirche wurde am 7. September 1292, dem Fest der Geburt Marias, vom Bischof von Verden geweiht. Sie war von Anfang an im Grundriss der neuen Stadt eingeplant. Damals existierte nur der niedrige Mittelteil des Langhauses, als dreischiffige gotische Hallenkirche. Die hohen Gewölbe des Mittelschiffs mit Bernsteingerippen gehörten einer Bauperiode noch vor 1300 an. Da aber die Gewölbeanfänge über den Pfeilerkapitellen sehr weit zurückgesetzt waren, könnte die Kirche eine Zeit lang eine flache Decke gehabt haben. Es gab auch keinen Turm. Dieser wurde erst nach der Vollendung des Hohe Chor, die im Jahr 1385 war, gebaut. Die Apostelkapelle, oder auch Ellerndorfkapelle genannt, an der Südseite des Langhauses, wurde 1357 durch die Stiftung von Propst Hermann Nigebuhr gebaut. Die den drei Königen geweihte Kapelle an der Südseite des Turms existiert seit 1430. An der Nordseite gab es eine Marienkapelle, die aber im 18. Jahrhundert wieder abgerissen wurde. Die kostbare Ausstattung der Kirche kam durch Stiftungen von den Bürgern. Bei der Reformation im Jahr 1529 gab es 17 Altäre in der Kirche, an denen bis zu drei Priester amtierten. Alleine schon die Hauptorgel ist über die Stadtgrenzen hinaus sehr bekannt. Der quadratische, wenig gegliederte Turm erhielt 1671 bis 1680 nach dem „Großen Brand“, bei dem auch das Innere der Kirche ausbrannte, ein barockes Aussehen. Die Turmspitze brannte am 18.04.1945 ab und wurde 1954 in neuer Form wieder errichtet. Der Turm und der Hohe Chor sind weit zu sehen und prägen daher das Bild der Stadt sehr mit.
Die Apostelkapelle: Zum Gedächtnis an die vielen Toten der Pestepidemie von 1350 stiftete Propst Hermann Nigebuhr, ein Urenkel des Stadtgründers, des Bürgermeisters Bernhard Nigebuhr, an der Südseite der Kirche die 1357 geweihte Apostelkapelle. Sie ist die Begräbnisstätte der Ratsfamilie Ellerndorf und wird deshalb auch Ellerndorfkapelle genannt. Mit ihren zierlichen Formen und den Resten der farbigen, mittelalterlichen Ausmalung steht sie in reizvollem Kontrast zur Hauptkirche. Der
Annen-Altar aus der St.-Viti-Kapelle, wohl eine Lüneburger Schnitzarbeit
von 1506, hat im Chor der Kapelle einen neuen Platz gefunden. Die Malereien
im Chorgewölbe zeigen Die Orgel: Nach der gründlichen Sanierung durch die Fa. Eule aus Bautzen wurde die Hauptorgel am 1. Advent 2001 wieder in Betrieb genommen. Mit ihren 53 Registern ist sie die größte Orgel in der Lüneburger Heide. Besonders sehenswert ist der barocke Orgelprospekt von 1756. Das reiche kirchenmusikalische Angebot der Gemeinde wird durch die Sommerkonzerte im Juli und August ergänzt.
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