Christian Freiherr von Hammerstein

 

Christian Freiherr von Hammerstein
Christian von Hammerstein wurde am 18. Juni 1769 in Kastorf geboren und starb am 01. April 1850 in Uelzen.

Von den militärischen Diensten kündet sein Rang als Oberst der hannoverschen Armee. Seine Liebe galt der Landwirtschaft im Kreis Uelzen. Seine Leistungen zur Förderung des Ackerbaus und der Viehzucht sowie der Verbesserung der ländlichen Strukturen spürt man noch heute in den Dörfern unseres Landkreises und der benachbarten Region.

Seine praktischen Erfahrungen als Landwirt und fundierte Kenntisse über die heimische Landwirtschaft sammelte von Hammerstein auf den Gutshöfen in Bahnsen und später in Wrestedt.

Die Voraussetzung für seine erfolgreiche Tätigkeit war die Auswertung der Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungen und die Einbeziehung des technischen Fortschritts in die landwirtschaftlichen Betriebe. Im Jahre 1830 gründete der pensionierte Oberst den "Landwirtschaftlichen Verein zu Uelzen" und wurde der Vorsitzende dieses ersten Zusammenschlusses der Bauern im Kreise Uelzen. Aus diesem Verein wurde 1930 der "Landwirtschaftliche Provinzialverein". So wurde Uelzen zu einem landwirtschaftlichen Zentrum.

Diese Entwicklung war letztendlich die Ursache, daß Freiherr von Hammerstein "die Herausgabe eines (land- und forstwirtschaftlichen) Wochenblattes zur Aufklärung und Belehrung der bäuerlichen Bevölkerung in der Lüneburger Heide" forderte. Länger als drei Jahre dauerte das Tauziehen um die Genehmigung und die Errichtung einer Druckerei. Schließlich begünstigte die politische Entwicklung des Revolutionsjahres 1848 die Bestrebungen von Hammersteins. Am 12. März 1849 erklärte sich die Lüneburger Verlegerin Dorette von Stern bereit, in Uelzen eine Filialdruckerei anzulegen. Ab 01. Juli 1849 erschien dann wöchentlich das "Sonntags-Wochenblatt für den Landmann im Fürstentum Lüneburg", eine der ersten Fachzeitschriften für die ländliche Bevölkerung.

Von Hammersteins beharrlicher Eifer hatte über alle Schwierigkeiten gesiegt. Bis zu seinem Tode veröffentlichte Christian von Hammerstein landwirtschaftliche Sachberichte in dem Uelzener Wochenblatt. Seine ständigen Bemühungen waren darauf ausgerichtet, die bäuerlichen Wirtschaften nach den Grundsätzen rationeller Betriebe auszurichten.Von Hammerstein setzte das Werk Albrecht Thaers, des Begründers der Agrarwissenschaft, fort.
Die Höferegulierung, eine gezielte Betriebsberatung, der planmäßige Fruchtwechsel, die systematische Düngung und die berufliche Fortbildung sorgten für eine "Evolution" der heimischen landwirtschaftlichen Betriebe. Christian von Hammerstein hat in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Weichen für eine Entwicklung der bäuerlichen Betriebe gestellt, die sich segensreich bis in die Gegenwart auf die gesamte Wirtschaft im Kreis Uelzen ausgewirkt hat.

(Quelle: Text/"Der Heidewanderer" 29. Mai 1982
Foto/Buch Christian Freiherr von Hammerstein und die Modernisierung der Landwirtschaft in der Lüneburger Heide im 19. Jahrhundert)

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